Wie Du zum falschen Einkaufen manipuliert wirst

Copyright Titelbild: Death to the Stock

 

Dir ist es sicherlich mehr als einmal passiert, dass Du eigentlich nur 1 oder 2 Lebensmittel kaufen wolltest und plötzlich den halben Laden ausgeräumt hattest.

Das Schlimme dabei ist, dass Du gar nicht weißt, wie und warum das passieren konnte.

Ab heute ist Schluss damit, denn ich zeige dir, mit welchen Tricks Supermärkte arbeiten. Es hilft bereits, wenn Du diese Dinge bewusst wahrnimmst, damit es dir nicht mehr passiert.

 

Die Tricks der Supermärkte

Wieso kann man uns denn überhaupt in Supermärkten so leicht zum Kauf manipulieren?

So primitiv das auch klingen mag, aber die Marketing-Experten machen sich unsere ursprünglichen Charaktereigenschaften zu Nutze, Jäger und Sammler zu sein.

Wenn unsere Vorfahren mit möglichst viel Nahrung nach Hause kamen, war das ein Zeichen des Erfolgs und auch der Sicherheit, denn eine Zeit lang gab es wieder genug zu essen.

Egal, wie modern und zivilisiert wir sind, diese Verhaltensmuster sind tief in uns verankert und beeinflussen uns so unbewusst. Umso wichtiger ist es uns dessen bewusst zu werden, denn genau dieses Unterbewusstsein macht uns so manipulierbar.

Wir denken innerlich, wenn wir mit möglichst vielen Einkäufen nach Hause kommen, ist es ein Erfolgserlebnis. Deswegen hilft Einkaufen gehen, wenn wir deprimiert sind und kann uns auch süchtig machen. Wir müssen aber verstehen, dass wir in einer Überflussgesellschaft leben, in der wir nicht mehr um unser Essen kämpfen müssen. Wir finden es in jedem Laden, sodass wir auch nüchterner gegenüber diesem „Erfolgserlebnis“ werden müssen.

Hier sind 6 konkrete Beispiele für diese Manipulation:

 

1) Spiegelnde Böden

Es ist dir sicher schon einmal aufgefallen, wie glatt und schön spiegelnd die Böden vieler Supermärkte sind. Der Grund ist nicht der, dass Du dich darin betrachten kannst, sondern folgender:

Es ist so ähnlich, als würdest Du über eine Eisfläche laufen. Damit Du nicht ausrutschst, läufst Du besonders langsam und vorsichtig. Wenn Du so läufst, hast Du mehr Zeit, dich in dem Laden umzuschauen. Und natürlich auch Lebensmittel zu kaufen, die Du gar nicht wolltest, aber doch zu ihnen greifst, weil Du mehr Zeit hast schlechte Entscheidungen zu treffen.

Genauso verhält es sich mit der Musik in angenehmer Lautstärke und auch Tempo. Dabei ist es wie beim Tanzen: Wir bewegen uns nach dem Takt der Musik.

 

Lasse dich also nicht mehr von den Böden oder Hintergrundmusik beeinflussen und geh mit dem Tempo durch den Laden, das Du für angemessen hältst.

 

2) Rote Preisschilder

Was bedeutet ein rotes Preisschild? Richtig: Rabatt, günstiger, mehr für weniger Geld…

Dadurch, dass unser Gehirn bereits so überlastet mit Reizen ist, versucht es die Dinge so einfach und primitiv zu gestalten, wie nur möglich. Das führt dazu, dass Du nicht weiter darüber nachdenkst und ein Produkt kaufst, welches scheinbar günstiger ist, obwohl bisher immer ein anderes in deinen Korb gelandet ist. Dazu kommt, dass Du dich langsam fortbewegst (siehe Punkt 1) und genug Zeit hast alle roten Schilder zu bemerken.

 

Wenn Du offen für neue Produkte und anfällig für das rote Preisschild bist, dann schau auf jeden Fall genau hin, ob dir das Produkt wirklich einen Mehrwert bietet oder ob das einfach nur Marketing-Strategien des Ladens sind.
Wenn Du dabei bist, schau auch darauf, welche Menge in den Produkten ist. Oftmals kosten dann zwei Produkte gleich viel, oder das eine ist teurer, obwohl mit deutlich weniger Inhalt.

 

3) Die teuren Produkte sind oben rechts platziert

90% der Menschen auf der Welt sind Rechtshänder. Außerdem fahren wir hier auch auf der rechten Seite. Wenn uns also ein Wagen in einem Gang entgegenkommt, dann weichen beide auf die rechte Seite aus. Da wäre es aus Sicht des Marketings dumm, wenn der Laden die Produkte nicht so platzieren würde, dass jeder oben rechts bequem nach den teuersten Produkten greifen könnte.

Die wenigsten beugen sich, um nach den günstigeren Produkten zu suchen. Vielen ist es sehr unangenehm sich zu bücken, vor allem, wenn diese auch noch von irgendwelchen Komplexen heimgesucht werden. So passiert es, dass die Produkte in unserem Korb landen, die der Supermarkt uns auftischen möchte und nicht was wir wollen.

 

In diesem Fall gilt: Wer sucht, der findet 🙂

 

4) Der überdimensional große Einkaufskorb

Dir ist bestimmt der Effekt bekannt, dass etwas größer oder kleiner wirken kann, je nachdem zu was wir es im Verhältnis sehen.

Genau dieses Phänomen machen sich die Supermärkte zu Nutzen, indem sie die Einkaufskörbe überdimensional groß gestalten. Wenn Du bereits fertig mit deinen Einkäufen bist, denkst Du dir trotzdem, Du könntest noch etwas nachlegen, oder soga rauch, Du hättest etwas vergessen, weil der Korb so leer erscheint. Meist sind die Produkte, die hinterher noch in den Korb landen, nicht Obst und Gemüse, denn diese sind meist am Eingang des Ladens, sondern das Zeug in der Nähe der Kasse: Süßigkeiten, Chips…

 

Je öfter Du dich genau an deinen Einkaufszettel hältst, desto mehr gewöhnst Du dich an den „leeren“ Anblick des Korbes und irgendwann ist es das normalste der Welt für dich.

 

5) „Marktschreier“ oder nett gesagt: Probierstände

Früher, als es noch nicht die Werbung gab, wie wir sie heute kennen, mussten Menschen ihre Produkte anders vermarkten. Es gab also Werbeschilder, besonders hübsch angezogene Verkäuferinnen und noch vor alldem die, die die Betaversion des viralen Marketings auf den Markt brachten: Die Marktschreier (heute Handelsvertreter genannt). Sie stehen am Stand und brüllen ihre Angebote heraus, sodass möglich viele Marktbesucher auf sie aufmerksam werden.

Zu den modernen Probierständen fällt mir eine Geschichte von mir ein:

Als mein Freund und ich unsere Wohnung eingerichtet haben, waren wir auch in einem Elektronikfachhandel. Wer stand an einem nett eingerichteten Probierstand und ließ Leute „unverbindlich“ Kaffee probieren? Eine Handelsvetreterin. Nachdem wir zwar zugegeben haben, dass der Kaffee wirklich gut schmeckt, entgingen uns der Preis für die einzelnen Kapseln nicht. Wieso wir uns doch dazu hinreißen ließen, die Kaffemaschine zu kaufen? Weil sie uns überzeugt hatte „dass wir lieber köstlichen Kaffee statt einer braunen Brühe trinken wollen“. Daheim angekommen, war nicht nur die Maschine erstmal sehr umständlich zu bedienen, bis alles eingestellt war, uns fiel außerdem auf, dass solche Kapseln alles andere als umweltschonend waren…

 

Die Moral von der Geschicht-
Es hilft nicht viel, als solche Leute zu ignorieren und falls Du doch Interesse an dem Produkt hast, dich im Internet (in Ruhe!) darüber zu erkundigen.

 

6) Die Macht der Düfte

Ich habe bereits darüber geschrieben, welchen Einfluss Düfte auf unser Essverhalten haben können. Diese Macht machen sich auch Lebensmittelhersteller und Supermärkte zu Nutze.

Die Supermärkte versprühen in den jeweiligen Abteilungen Düfte der angebotenen Ware. Du riechst, wie es nach Gebäck duftet und plötzlich denkst Du zurück, dass es bei Oma auch immer so duftet, wenn Du zu Besuch bekommst. Dieses Gefühl möchtest Du jetzt mit nach Hause nehmen, weshalb Du das Produkt kaufst.

Die Lebensmittelindustrie macht das noch ein bisschen cleverer: In den luftdicht verpackten Produkten befinden sich Duftpartikel, die beim Öffnen ausgeströmt werden. Damit es soweit kommt, muss das Produkt erst einmal gekauft werden, das stimmt. Aber dafür zielt diese Methode mehr auf langfristige Kundenbindung ab: Gehst Du das nächste Mal an diese Abteilung entlang, sagt dein Gehirn: „Warte, hier befindet sich doch dieses tolle Produkt, Du musst also nicht mehr weitersuchen, nimm es mit!“

In Frankreich wird sogar schon mit duftenden Werbeplakaten experimentiert…

 

Hier hilft es, einmal Inne zu halten und zu überlegen, möchte ich das wirklich das Produkt selber, oder die Gefühle, die es in mir auslöst?

 

7) XXL-Packungen sind günstiger als die kleinen

Egal ob als Single oder manchmal auch zu zweit; jedes Mal dasselbe beim Einkaufen: Du möchtest dir gerne etwas kaufen, aber die Packung, die dir vollkommen reichen würde, ist fast doppelt so teuer als die Familienpackung.

Was nun? Geld oder Kalorien sparen?

Die meisten werden sich fürs erstere entscheiden. Sei es weil das Geld einfach nicht da ist, sei es weil es um das Prinzip geht. Das Problem, das damit einher geht, ist die Tatsache, dass Du entweder Essen wegschmeißen musst, oder alles aufisst, obwohl Du bereits satt bist.

Eine pauschale Lösung habe ich nicht. Ich kann dir nur mit zwei Ansätzen dienen:

 

Bei schnell schlecht werdenden Nahrungsmitteln kannst Du es auch so sehen: dadurch, dass Du Essen wegschmeißt und neues nachkaufen musst, Du im Endeffekt draufzahlst. Da lohnt sich die kleinere Packung unter Umständen doch mehr.
Bei Nahrungsmittel, die länger heben, kannst Du dir Portionen zurechtlegen und den Rest in deinen (Kühl-)Schrank verbannen. So sparst Du dann Geld und Kalorien.

 

Achte beim Einkaufen einmal auf diese Punkte. Es muss nicht sein, dass dein Supermarkt alle Tricks anwendet, aber bestimmt wirst Du den ein oder anderen wiedererkennen. Aber ab jetzt können dir diese Dinge nichts mehr anhaben.

 

Deine Antonela

 

Sind dir noch mehr Tricks aufgefallen, mit denen Du zum Einkaufen manipuliert wirst? Erzähl es mir!

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